Im Rahmen einer privat organisierten Reise besuchte unser „Dienstags-Referent“ im Winter 25/26 Afghanistan, um sich ein eigenes Bild von der Lage im Land zu machen. Ein zentrales Anliegen war es, die Situation eines Kinderheims für Straßenkinder und Kriegswaisen in Kabul zu verbessern. Und zwar wesentlich in dem Sinne, dieses Heim künftig auch für Mädchen zugänglich zu machen – ein Vorhaben, das letztlich scheiterte.
Während des gesamten Aufenthalts bewegte sich der Referent ausschließlich innerhalb eines streng kontrollierten Umfelds. Termine, Gespräche und Bewegungen wurden von Vertretern der Taliban bestimmt. Er wurde innerhalb der Machtelite „herumgereicht“ und erhielt dabei immer wieder Einblicke in ein Afghanistan, das als ruhig, sicher und stabil dargestellt wurde. Dieses Bild entsprach jedoch nicht der Realität im Land. Dort herrscht kein Frieden.
Der Zugang zu unabhängigen Stimmen, zur Zivilgesellschaft oder zur breiten Bevölkerung war nicht möglich. Kritische Fragen wurden ausweichend beantwortet oder ideologisch begründet abgeblockt. Besonders deutlich zeigte sich dies beim Versuch, eine Öffnung des bestehenden Kinderheims für Mädchen zu erreichen. Trotz vieler Gespräche und wohlklingender Worte blieb jede konkrete Zusage aus. Das Anliegen scheiterte letztlich an den rigiden Vorgaben der Taliban, die Bildung, Schutz und gesellschaftliche Teilhabe von Mädchen grundsätzlich ablehnen. Selbst Schulbildung gibt es für Mädchen nur bis zur 6. Klasse.







