Presse - Krefeld-Gelduba

Solidaritätsbekundung

Lions-Erklärung zu Solidarität mit jüdischer Gemeinde

Das Massaker der Hamas in Israel und die Welle des Antisemitismus haben den Lions-Club Gelduba bewogen, gegenüber der jüdischen Gemeinde Solidarität und Mitgefühl zu erklären. Kritisiert wird auch das „dröhnende Schweigen“ in Teilen der Öffentlichkeit zu dem schlimmsten Massenmord an Juden nach dem Holocaust.

KREFELD |(vo) Im Nachgang zum Massaker der Hamas an 1200 Israelis und im Angesicht einer Welle des Antisemitismus hat der Lions-Club Krefeld-Gelduba gegenüber der jüdischen Gemeinde in Krefeld und ihrem Vorsitzenden Samual Naydych Mitgefühl und Solidarität zum Ausdruck gebracht. „Die Geschehnisse am 7. Oktober sowie die daraufhin erfolgten unerträglichen Reaktionen, übergriffigen Proteste und antisemitischen Handlungen weltweit und bedauerlicherweise auch hierzulande bringen uns dazu, Ihnen und der jüdischen Gemeinschaft in Krefeld unser Mitgefühl zum Ausdruck zu bringen. Wir trauern mit Ihnen und stehen hinter Ihnen und Ihren Gemeindemitgliedern — hier und in Israel“, heißt es darin. Ausdrücklich bekennen sich die Lions zum Existenzrecht Israels, kritisiert wird das Schweigen zu den bestialischen Verbrechen der Hamas in Teilen der Öffentlichkeit.

Es sei „offensichtlich, dass wir in Zeiten leben, in denen die Welt und unser menschliches Miteinander vor immensen Herausforderungen stehen; nicht wenige davon verlaufen äußerst gewalttätig und blutig und machen uns fassungslos.“ Die Lions seien Bestandteil einer weltweiten Wertegemeinschaft. „Wir verurteilen entschieden jegliche Form von Antisemitismus, egal ob von links, von rechts oder islamistisch begründet. Hass, Diskriminierung und Gewalt lehnen wir ab. Wir erkennen das Existenzrecht Israels an und unterstützen ein Leben in Frieden und Sicherheit für seine Bürgerinnen und Bürger.“ Antisemitismus stehe im Widerspruch zur Religionsfreiheit, zu Frieden, Toleranz und Respekt; Antisemitismus sei keine Meinung, sondern strafbar. „Wir selbst ermutigen zu einem offenen Dialog, der von Verständnis, Zuwendung und Zusammenarbeit geprägt ist, um die Brücken zwischen den Kulturen zu stärken und Vorurteile abzubauen. Das dröhnende Schweigen von  Teilen der Öffentlichkeit auch in Deutschland „empfinden wir aus historischer Verantwortung als bedrohlich“, eine friedliche Welt könne nur auf Freiheit und gegenseitigem Verständnis aufgebaut sein. „Nie wieder als Bekenntnis dieser Verantwortung ist uns eine Verpflichtung: Juden in Deutschland sollen nie wieder Angst haben müssen.“ Das Schreiben schließt mit dem Angebot für Hilfe und Zusammenarbeit und dem Friedensgruß „Schalom“.

Hintergrund: Am 7. Oktober haben Hamas-Terroristen aus dem Gazastreifen Israel angegriffen und 1200 Zivilisten umgebracht. Für Entsetzen sorgen die Berichte über bestialische Verbrechen an Frauen, die gefoltert, verstümmelt, vergewaltigt und ermordet wurden. Mehr als 240 Israelis hat die Hamas als Geiseln nach Gaza verschleppt. Israel hat im Gegenzug die Hamasstellungen im Gazastreifen angegriffen.

Samuel Naydych, Vorsitzender der Jüdischen Gemeinde (15.12.2023) | UT