19.1.2026: Bericht aus Berlin

MdB Ansgar Heveling zu Gast bei Krefeld-Gelduba

Zum ersten Clubabend des neuen Jahres durfte der Lions-Club Krefeld-Gelduba einen besonderen Referenten begrüßen. Präsident Karsten Hoyer hieß Ansgar Heveling willkommen, Mitglied des Deutschen Bundestages und Justiziar der CDU/CSU-Bundestagsfraktion.

Ansgar Heveling (53), Volljurist aus Korschenbroich, ist seit Oktober 2009 Bundestagsabgeordneter. Innerhalb des Parlaments ist er unter anderem ordentliches Mitglied im Ausschuss für Wahlprüfung, Immunität und Geschäftsordnung, im Rechtsausschuss sowie im Ausschuss für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend. Darüber hinaus nimmt er als Justiziar der CDU/CSU-Bundestagsfraktion eine zentrale Rolle ein.

Unter dem Titel „Bericht aus Berlin“ sprach Heveling über die aktuellen politischen Herausforderungen und spannte dabei einen weiten Bogen von innenpolitischen Fragen bis hin zu internationalen Entwicklungen. Im Mittelpunkt standen die Begriffe Zusammenarbeit, Verantwortung und Freiheit – und die Frage, wie diese Werte in einer zunehmend anspruchsvollen Lage bewahrt werden können.

Die politische Stimmung im Land sei angespannt, so Heveling. Der politische Rand lebe von Verunsicherung – und davon gebe es derzeit reichlich. Themen wie Renten, Steuern, soziale Ungleichheit, Gerechtigkeit, die Zukunft der sozialen Marktwirtschaft und der gesellschaftlichen Solidarität beschäftigten Politik und Gesellschaft gleichermaßen. Hinzu kämen internationale Entwicklungen, insbesondere ein US-Präsident, der aus Hevelings Sicht die Grundfesten des bisherigen internationalen Zusammenlebens infrage stelle.

Besonders offen sprach Heveling über die Situation rund um Grönland und die daraus resultierende Haltung Europas. Deutschland und die Europäische Union müssten hier klar und selbstbewusst auftreten; Appeasement sei keine Lösung. Er beschrieb Donald Trump als Vertreter eines „kompetitiven Autoritarismus“, der nicht mit den europäischen Grundwerten vereinbar sei. Trumps Motivation sehe er unter anderem darin, als Präsident in die Geschichte eingehen zu wollen, der das Territorium der USA erweitert habe.

Ein weiteres Thema war der Umgang mit Künstlicher Intelligenz. Heveling warnte vor den Gefahren quasi industriell betriebener Desinformation. Die Lüge erhalte zunehmend „Sendezeit“, während es immer mühsamer werde, ihr mit Fakten und Wahrheit argumentativ zu begegnen.

MdB Ansgar Heveling | UT

Über allem steht für ihn die Frage, ob Deutschland ausreichend für die Zukunft aufgestellt sei. Zwar könne man mit Stolz auf das seit 1949 Erreichte blicken, doch Ausruhen sei keine Option. Staat und Gesellschaft müssten sich kontinuierlich weiterentwickeln. Priorität hätten dabei Bildung, Medienkompetenz, Digitalisierung – insbesondere auch innerhalb der öffentlichen Verwaltung. Der Staat dürfe nicht als Hemmnis für Innovation wahrgenommen werden, sondern müsse aktiv dazu beitragen, Entwicklungen zu ermöglichen.

Grundvoraussetzung für all diese Prozesse sei die Sicherheit. Wenn die Sicherheit der europäischen Gesellschaften nicht mehr gewährleistet sei, stehe auch die Freiheit zur Disposition – und alles Weitere werde zweitrangig.

In diesem Zusammenhang verwies Heveling ausdrücklich auf die Bedeutung des zivilgesellschaftlichen Engagements. Die Lions seien hierfür ein beispielhaftes Modell: Verantwortung zu übernehmen und solidarisch dort zu helfen, wo Unterstützung gebraucht werde, sei unverzichtbar für den gesellschaftlichen Zusammenhalt.

In der anschließenden lebhaften Diskussion wurden weitere Themen wie Völkerrecht, Venezuela, Hassmails sowie das Spannungsfeld zwischen Kompromiss und Konsens vertieft. Mit dem Gefühl, dass viele Aspekte noch weiter und differenzierter hätten diskutiert werden können, verabschiedeten sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer am späten Abend nachdenklich und weiterhin in Kleingruppen diskutierend voneinander.

Im Dialog | UT