06.10.2025: Martina Voss-Tecklenburg, Bundestrainerin der Frauennationalmannschaft

Vortrag vom 6.10.2025

Wir erlebten einen ganz besonderen Abend mit einer besonderen Persönlichkeit, die sehr nahbar und zugewandt war und neben ihren fachlichen Fähigkeiten auch besonders durch ihre sympathische, freundliche Art überzeugte.

Nach kurzer Vorstellung durch den Präsidenten begann der Vortrag unserer Gastrednerin, der ehemaligen Fußballerin und Bundestrainerin der Frauennationalmannschaft, Frau Martina Voss-Tecklenburg (MVT). MVT ist in Duisburg-Meiderich als eines von 5 Kindern groß geworden und hat bereits im Alter von 5 Jahren ersten Kontakt zum Fußball – bei den Profis vom MSV – gehabt. Durch die familiäre Situation mit 5 Kindern hat sie bereits früh ein hohes Maß an Selbstorganisation erlernt und spielte regel-mäßig mit Jungs auf der Straße Fußball. Mit 15 Jahren hat sie angefangen, im Verein Fußball zu spielen, und wurde aufgrund ihres Talents bereits mit 16 Jahren Nationalspielerin. Sie hat 7 Jahre in Siegen gespielt und musste fünfmal wöchentlich von Duisburg nach Siegen fahren, da sie dort eine besondere Förderung erfuhr. 1991 spielte sie ihre erste Frauen-Fußballweltmeisterschaft, 1996 erlebte sie ihre ersten olympischen Spiele als Mitspielerin. Sie wurde mit 26 Jahren Mutter, hat mit 36 Jahren ihre aktive Zeit als Spielerin beendet und ist Trainerin geworden. Martina Voss-Tecklenburg war immer bestrebt, noch besser zu werden und zeichnete sich stets als intrinsisch hochmotivierte, sehr ambitionierte Persönlichkeit aus. Dies hat sie auch in ihrer Zeit als Frauenfußballnationaltrainerin so gelebt. Dabei ging es ihr immer um die Menschen, die hinter den Spielerinnen stehen, und die sie mit Ihren Stärken und Schwächen so annehmen und zu besseren Spielerinnen wollte. Dabei war ihr das Team mitsamt allen im Hintergrund stehenden Personen wichtig und sie hat sehr darauf geachtet, dass die Atmosphäre stets von Respekt und Teamorientierung geprägt war – bis hin zum Busfahrer. In ihrem Vortrag hat sie ihre Führungsprinzipien erläutert und ihre Maximen, die drei A der Martina Voss-Tecklenburg: Anspruchsvoll – wir spielen um zu gewinnen; Ambitioniert – wir wollen uns weiterentwickeln; Authentisch – wir wollen stets mit gutem Beispiel vorangehen, auf dem Platz und neben dem Platz und insbesondere auch nach einer Niederlage!

Das Ausüben der Vorbildfunktion stand für sie immer im Mittelpunkt, nicht nur für sich, sondern auch für die Spielerinnen. Daher hat sie mit den Spielerinnen eine Wertausbildung gemeinsam entwickelt, die geprägt war durch Überzeugung und nicht durch Vorgaben. Sie wollte immer die Menschen erkennen, auf sie eingehen und sie verstehen.

Sie stellte dar, dass der Tag einer Bundestrainerin aus 14 – 16 Stunden Arbeit bestehe, u.a. mit Fortbildun-gen, Trainings und Reisen und man sich auch nach „Feierabend“ immer noch gedanklich mit der Arbeit als Trainerin weiter beschäftige. Eine besonders wichtige Arbeit war für sie immer der Aufbau des Teams nach Rückschlägen. Hier ging es ihr nie um Anklagen, sondern immer darum, schnell zur Sachlichkeit zurückzukehren und eine sachliche Bewertung durchzuführen mit Fehlertoleranz, um aus den Fehlern lernen zu können.

Wir erlebten einen ganz besonderen Abend mit einer besonderen Persönlichkeit, die sehr nahbar und zugewandt war und neben ihren fachlichen Fähigkeiten auch besonders durch ihre sympathische, freundliche Art überzeugte.

Martina Voss-Tecklenburg bei Lions-Gelduba in Krefeld
MVT mit Karsten Hoyer in Krefeld